Zu Füßen des 796 m hohen Berges Monte Gargano befindet sich die etwa 14.000 Einwohner zählende Stadt Monte Sant´Angelo (Berg des hl. Engels), die um das Jahr 1.000 gegründet wurde.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die

- Wallfahrtskirche San Michele,

- normannisches Kastell.

San Michele - die Hauptkirche von Monte Sant'Angelo - ist eine Grottenkirche - eine Kirchenform, welche die Normannen in den neu eroberten Gebieten seit dem 7. Jahrhundert besonders bevorzugten. Was oben auf der Bergspitze zu sehen ist, ist nur der achteckige Glockenturm der Kirche (1273/74) und die zweiteilige Eingangshalle (1395). Die Kirche selber liegt im Innern des Berges. San Michele ist eine dem Erzengel Michael geweihte Wallfahrtskirche.

San Michele ist einer der ältesten Pilgerorte des Abendlandes. Der abendländische Kult der Erzengel, der ab dem 6. Jahrhundert aus Ostrom übernommen wurde, soll seinen Ausgangspunkt hier in der Erscheinung des Erzengels Michael am 8. Mai 492 gehabt haben - also nur kurz nach dem endgültigen Untergang des Römischen Imperiums im Jahr 476. Nach dem Vorbild dieses ersten Michael-Heiligtums wurde der Sage nach im Jahr 708 in Nordfrankreich in der Normandie der dortige Michaelskult gegründet und auf dem Mont Saint-Michel eine neue Kultstätte gebaut.

In der unterirdischen Grotte findet eine aus dem Fels gehauene Höhle mit einer Anbetungszelle, in der eine Statue des Erzengels Michael verehrt wird.

Das Kastell wurde in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts durch den Bischof von Benevento, Orso I. erbaut. Die unterschiedlichen architektonischen Stile ergeben sich durch den häufigen Besitzerwechsel. Die Normannen bauten die Torre dei Giganti, der Stauferkönig Friedrich II. nutzte es als Wohnsitz für seine Geliebte, die Gräfin von Turin Bianca Lancia, die Angioviner nutzten es als Staatsgefängnis, während es unter der aragonesischen Herrschaft mit dem Bau der beiden Rundtürme seine alte Brillanz wiedererlangte. Im Jahr 1907 wurde es von der Stadt Monte Sant'Angelo erworben. Von den Balustraden auf der intakten Umfassungsmauer hat man einen Ausblick über die Altstadt bis zum Adriatischen Meer.

5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr nach Monte Sant'Angelo.

Die gleichförmigen Giebelhäuser mit ihren weiß getünchten Fassaden und unförmigen Schornsteinen prägen das Erscheinungsbild der Stadt. Die Häuserensembles kann man wohl als die älteste Reihenhaussiedlung der Welt bezeichnen.

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