Esztergom
Ungarn

Höhe: 108 m

Besucht am: 3.6.2015

Seit Esztergom (Gran) im 11.Jh. zum geistlichen und weltlichen Zentrum des ungarischen Stephanreiches aufstieg, wird es auch als ungarisches Rom bezeichnet. Schon das Nibelungenlied preist den Glanz und die Pracht der Etzelburg zu Gran‚ was darauf hindeutet, dass der unbekannte Verfasser die alte Arpadenburg kannte. Fest steht, dass Großfürst Géza seine Residenz nach Esztergom verlegte und sein Sohn Stephan sich hier zur Jahreswende 1000/01 zum ersten ungarischen König krönen ließ.

Während sich die politische Macht später nach Visegräd und Buda verlagerte, blieb Esztergom weiterhin Sitz des ungarischen Primas der katholischen Kirche.

Am besten lässt sich die Bezeirhnirg ungarisches Rom wohl mittels der monumentalen Bischofskirche auf einen Hügel unweit des Donauufers rechtfer tigen. Allerdings ist das 107 m lange und 48 m breite Gotteshaus mit seiner Halbkugel auf dem Säulentambour ursprünglich nur ein kleines mittelalten Iiches Kirchlein gewesen. Erst 1856 wurde die von Jozsef Hild geplante »größte Kirche Ungarns« feierlich mit der von Franz Liszt eigens zu diesem Anlass komponierten und von ihm selbst dirigierten Graner Festmesse eingeweiht. Das Kircheninnere beeindruckt mit seiner kostbaren Ausstat- tung. So kopierte beispielsweise der italienische Maler Michelangelo Grigo- Ietti für das Altarbild die »Assunta« von Tizian. Auch die Renaissancearbeiten in der Baköcz-Kapelle (1506/07) wurden von italienischen Meistern geschaffen, der rote Marmor stammt jedoch aus dem nahegelegenen Süttö. Beim Bau der neuen Basilika wurde die Kapelle 1823 in Einzelstücke zerlegt und später detailgetreu wieder aufgebaut.

in der Schatzkammer sind Kelche‚ Kreuze, Ikonen und weitere sakrale Kunstgegenstände zu bewundern, vieles davon aus dem Mittelalter. Unbedingt lohnenswert ist der Aufstieg in die Kuppel, wo man mit einem herrlichen Blick über die Donau belohnt wird.

1828