l-loch oben auf einem Felsengipfel über der Donau gelegen, zieht das majestätische Stift Melk Blicke und Besucher magisch an. Schon die gleichnamige Ortschaft unterhalb des Stifts mit ihren Barockbauten, hübschen Cafes und Resten der alten Befestigungsanlagen in der teils autofreien Altstadt ist sehenswert.

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der des Klosters verbunden, denn der Babenberger Leopold l. wählte bereits 976 Melk zur Hauptstadt seines Reiches und baute auf dem Felsen die Anlagen einer bestehenden Festung aus. Nachdem Leopold II. in seine Burg Benediktinermönche berief und diese schließlich 1106 das Burgkloster übereignet bekamen, rückte Melk vollends in den Brennpunkt kultureller Interessen. Von hier sollten immer wieder entscheidende Impulse für die österreichische Geschichte ausgehen, wie etwa durch die Melker Reform im 15.Jh. durch die die Verweltlichung des Klosterlebens zugunsten alter Traditionen und Rechte rückgängig gemacht wurde.

Das heutige prachtvolle Ausshen des Stifts ist dem tatkräftigen Abt Berthold Dietmayr zu verdanken der im 18. Jh. den berühmten Architekten Jakob Prandtauer zur kompletten Umgestaltung der Anlage bestellte. Prandtauers Barockfantasie wurde zwar erst von seinem Schüler Josef Munggemm vollendet, doch das Ergebnis gilt bis heute als Meistenwerk des Architekten und als eine der bedeutendsten Barockschöpfungen überhaupt. Sorgfältig durchstrukturierte Bastionen, Höfe und Gebäude streben in Form und Gestaltung auf das sakralle Zentrum zu, welches von einer mächtigen Kuppel gekrönt wird. 1353 Fenster verleihen den gelblichen Fassaden Symmetrie und Durchlässigkeit, im lnnern der Anlage verblüfft jeder Hof, jeder Saal und und schließlich die Kirche mit prachtvoller Ausstattung.

Da das Kloster nach wie vor in Betrieb ist, sind nur bestimmte Räume bei einer Führung zu besichtigen. Dazu gehören natürlich die Bibliothek, die an Umberto Ecos Der Name der Rose denken lässt, dessen Protagonist Adson von Melk ja von hier stammen soll, und die von dem italienischen Baumeister Antonio Beduzzi überwältigend ausgestaltete Kirche. In anderen Räumen werden dem Besucher im Rahmen der Ausstellung Melk in Geschichte und Gegenwart historische Schwerpunkte des Klosterlebens zur Anschauung gebracht.

Der herrliche Rundblick von der Altane macht Lust auf die Erkundung der Außenanlagen: Der weitläufige Klostergarten lockt mit zierlichen Rokoko-Ensembles, in dem Restaurant in der Orangerie kann man die klostereigenen Weine genießen.

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