Schloss Chenonceau
Chenonceaux
Frankreich
Besucht am 03.07.2010

Das Schloss, über der Cher erbaut und von Wald umgeben, liegt am Ende einer großen Baumallee.

Nachdem Thomas Bohier 1513 sämtliche Ländereien der Familie Marques in seinen Besitz gebracht hatte, begann er noch im gleichen Jahr mit dem Abriss der Gebäude von Chenonceau. Lediglich den Bergfried ließ er stehen und gestaltete ihn in frühen Renaissance-Formen um. 1515 begannen die Arbeiten für den Neubau eines Schlosses auf den Fundamenten der ehemaligen Wassermühle.

Aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen war Thomas Bohier bis 1521 in Italien unterwegs und konnte deshalb die Bauarbeiten nicht selbst überwachen. Seine Frau Catherine Briçonnet vertrat ihn in diesen Belangen, so dass ihr die für damalige Zeiten moderne Anordnung der Räume zugeschrieben wird.

Chenonceau ist als Château des Dames in die Geschichte eingegangen. Eleganz, Schönheit und Zauber sind das Werk von Frauen, die es besaßen und gestalteten.

Catherine Briconnet führt die Reihe an. Diane von Poitiers, die Geliebte von Heinrich II, war die Nachfolgerin von Catherine Briconnet. Sie prägte entscheidend das Aussehen Chenonceaus. Eine ihrer nachhaltigen Hinterlassenschaften war die Anlage eines zwei Hektar großen Gartens ab 1551. Als Vorbild dienten die durch den italienischen Landschaftsarchitekten Pacello da Mercogliano gestalteten Gartenanlagen von Blois und Amboise.

Es war Katharina von Medici, die - nachdem sie ihre langjährige Nebenbuhlerin Diane de Poitiers aus dem Schloss vertrieben hatte - die von Delorme geplante Galerie zwischen 1570 und 1576 ausführen ließ. Vom sogenannten grünen Zimmer regierte Katharina von Medici ganz Frankreich..Louise de Lorraine zog sich nach dem Tod ihres Mannes nach Chenonceau zurück und ließ ihr Schlafzimmer, das in dem von Katharina von Medici erbauten Mitteltrakt zwischen Kapelle und Kabinett lag, mit einer schwarzen Täfelung verkleiden. Anschließend wurden die Gebäude lange Zeit nicht mehr verändert.

Erst unter Louise Dupin wurden wieder Umgestaltungen vorgenommen. Sie ließ das Dachgeschoss der Galerie in kleine Appartements unterteilen und ein kleines Theater einrichten, in dem unter anderem Jean-Jacques Rousseaus Oper Le Devin du Village uraufgeführt wurde. Louise Dupin bewahrte die Schlosskapelle zudem davor, während der Französischen Revolution zerstört zu werden, indem sie daraus ein Holzlager machte.

1784