Ensérune war ein Oppidum unweit des heutigen Béziers.

Die Ursprünge der Siedlung stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Während die Bevölkerung wohl mit Stämmen an der iberischen Küste verwandt war und das iberische Alphabet mit 27 Buchstaben benutzte, zeigen die erhaltenen Gefäße griechischen Einfluss.

Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. waren auch römische Einflüsse zu verzeichnen. Ensérune lag an einer wichtigen Handelsstraße; dass Hannibal sich im Jahr 218 dort aufhielt, gilt als gesichert. Das Ausgrabungsgelände kann besichtigt werden und liegt direkt am Canal du Midi zwischen den Orten Poilhes und Colombiers (Hérault).

Das Museum auf dem Burgberg zeigt zahlreiche Artefakte aus dem gesamten mediterranen Kulturkreis: Neben der bereits erwähnten greco-iberischen Keramik wurden exzellente Beispiele keltischer Schmuckschmiedekunst sowie repräsentative Waffen als Grabbeigaben entdeckt. Das Oppidum enthält nämlich eine der größten bekannten gallischen Urnen-Nekropolen, die über fünf Jahrhunderte hinweg ununterbrochen genutzt wurde. Durch die Lage an der Haupthandelsroute Via Domitia gelangte Enserune zu bedeutendem Wohlstand, der sich in eben diesen Grabbeigaben zeigt. Die Siedlung wurde um die Zeitenwende aus unbekannten Gründen aufgegeben - zu vermuten ist, dass sich die Bewohner aus freien Stücken in den wesentlich komfortableren Römerstädten der Narbonensis ansiedelten.

(aus: Wikipedia)

Oppidum d'Enserune 1981
Oppidum d'Enserune 1981

Oppidum d'Enserune

Oppidum d'Enserune

Oppidum d'Enserune

1755