Namibia ist ein Land mit ungeheurer Weite: das Land ist flächenmäßig fast so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen genommen, hat aber nur 2 Mio. Einwohner (D+F: 143 Mio). Damit kommen nur 2,2 Einwohner auf einen qkm, in Deutschland sind es 223!

Das Land wurde erst 1990 unabhängig. Von 1884 bis 1920 war es deutsche Kolonie (Südwest-Afrika). Viele deutsche Einflüsse prägen das Land.

Im Süden und Norden ist Namibia nahezu menschenleer.

Pro Kopf seiner Bevölkerung erhält Namibia von Deutschland die höchste Entwicklungshilfe in Afrika.

Hifikepunye Pohamba

Präsident von Namibia ist Hifikepunye Pohamba (hier bei seinem Staatsbesuch in Deutschland im November 2005)

Das Klima Namibias ist subtropisch kontinental mit einer ausgeprägten Aridität (Verdunstungsrate höher als die Niederschläge) vor allem in den südlichen Landesteilen sowie an der durch den kalten Benguela-Strom bestimmten Atlantikküste. Die Besonderheit des Benguela-Stroms liegt darin, dass er einerseits infolge Kondensation die Bildung von Regenwolken verhindert, andererseits aber im Zusammenwirken mit dem hier vorherrschenden Südwestwind für regelmäßigen Nebel und damit für eine gewisse Feuchtigkeitszufuhr in der Küstenregion sorgt.

In Namibia werden verschiedene Sprachen gesprochen: Englisch, Afrikaans, Deutsch, verschiedene Bantu-Sprachen (darunter Kwanyama und Kwambi von den Ovambo; Otjiherero von den Herero und Himba) und verschiedene Khoisan-Sprachen (von den Nama, den Orlam, den San und den Damara). Alle Sprachen sind anerkannt, jedoch nur Englisch ist offizielle Amtssprache.

Mit einer Fläche von rund 600.000km² ist Botswana etwas größer als Frankreich, das Land gehört allerdings zu den am dünnsten besiedelten der Erde.

Große Teile des Landes macht die Halbwüste (Kalahari) im Südteil aus. Sie besteht aus Savanne (Dorn- und Grassavannen). Darüber hinaus gibt es Salzpfannen- und Salzseen, die während der Regenzeit zu großen seichten Seen werden - das ist wichtig für zahlreiche Wildtiere.

Im Norden des Landes befindet sich das Okavango-Becken. Der Okavango läuft in die Kalahari, weil er durch tektonische Verwerfung nicht den Weg zum Meer findet. Er versickert mit vielen Nebenarmen in der Wüste, wodurch sich eine artenreiche Oase bildete.

Der größte Teil Sambias besteht aus relativ wenig reliefierten Hochebenen zwischen 1.000 und 1.400 m über NN.

Trotz der relativen Nähe zum Äquator sind die Temperaturen wegen der Höhenlage relativ niedrig (Kalttropen), nur im Norden sind sie warmtropisch; die Regenzeit beginnt im Oktober und endet im April.

Die vorherrschende Vegetation in weiten Teilen des Landes sind Savannen. Der Sambesi entspringt in Nordsambia und bildet Sambias Südgrenze zu Namibia, Botswana und Simbabwe (Viktoriafälle), wobei er auch den aufgestauten Karibasee durchfließt.

Die Republik Simbabwe ist das ehemalige Rhodesien beziehungsweise Südrhodesien.

Simbabwe ist komplett von den Landmassen Südafrikas, Botswanas, Sambias und Mosambiks eingeschlossen. Der Sambesi bildet die nördliche Grenze zu Sambia. Simbabwe hat eine Fläche von 409.542 km² wobei 3.910 km² davon Wasser sind.

Die Regierung Simbabwes wird mit einer großen Anzahl wirtschaftlicher Probleme konfrontiert, die zum überwiegenden Teil auf eine völlig verfehlte Politik zurückzuführen ist. So werden seit 2003 weiße Bauern systematisch enteignet und teilweise sogar ermordet.

(Textauszüge aus Wikipedia)

Hier haben wir Restaurants beschrieben, die uns gut gefallen haben und die wir wieder besuchen würden.

Bitte beachten, daß unsere persönlichen Aussagen zu Restaurants, die naturgemäß Veränderungen unterliegen, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zutreffen könnten.

im Restaurant Gathemann, Windhoek Die Küche in Namibia ist überwiegen gutbürgerlich und deftig im deutschen Sinne. Viele Restaurants in den Städten wie Windhoek, Swakopmund und Lüderitz haben überwiegend deutsche Gerichte auf der Speisekarte. In Windhoek und Swakopmund gibt es einige sehr gute Restaurants, die in ihrer Qualität Restaurants der gehobenen Klasse in Europa nicht nachstehen.

In großen Hotels werden oft Buffets zu einem Pauschalpreis angeboten. Auch wandelt sich die Küche in diesen Hotels mehr zu internationalem Stil.

Bei Getränken kann man auf guten südafrikanischen Wein und gutes in Namibia gebrautes Bier zurückgreifen (nach dem deutschen Reinheitsgebot).

Auf den Campingplätzen wird hauptsächlich gegrillt, wobei große Fleischmengen vertilgt werden. Das Fleisch stammt vom Rind, Schwein, Lamm aber oft auch von heimischen Wildtieren wie Kudu, Oryx, Springbock, Warzenschwein und anderen.

Die Preise für Essen und Lebensmittel liegen nach unserer Einschätzung ungefähr 25% unter unseren Preisen (siehe auch Preise.

Eine namibische Spezialität ist Biltong: luftgetrocknetes, gewürztes Rind- oder Antilopenfleisch. Da diese Spezialität recht zäh ist, sollte man sie nach unserer Meinung lediglich für Notfälle auf längeren Reisen mitführen.

Auszug aus einer Speisekarte (Originaltext)

Die Preise sind in Namibia-Dollar (N$). Wenn man den Preis durch 7 dividiert, erhält man den Preis in EURO.

Platform One Restaurant Platform-One im Swakopmund-Hotel (ehemaliger Bahnhof)

Cordon bleu Paniertes Schweineschnitzel gefüllt mit Schinken und Käse serviert mit Pommes Frites 59,50
Eisbein gekocht oder gegrillt serviert mit Kartoffelpüree und Sauerkraut 59,50
Wiener Schnitzel (vom Schwein, serviert mit Pommes Frites) 54,40
Schweinemedaillon in einer Champignonsoße serviert mit Spätzle 62,50
Schweineschnitzel serviert mit Reis 57,50
Gegrillte Lammkoteletten serviert mit Bratkartoffeln 59,00
Zürcher Geschnetzeltes serviert mit Röstkartoffeln 62,50
Gebratenes Fischfilet "Swakop" überbacken mit Krevetten und Käse serviert mit Kartoffeln 68,50
Schwertfisch in Butter gebraten serviert mit Knoblauchbutter und Kartoffeln 65,00

Garten Helmeringhausen-Hotel

Die Hotels, in denen wir wohnten, entsprechen alle europäischem Standard der gehobenen Klasse.

Das Kalahari Sands in Windhoek liegt sehr zentral. Die Zimmer sind gut und der Service freundlich. Das Hotel besitzt zwei Restaurants, wobei eines zur gehobenen Klasse gezählt wird. Im Hotelkomplex gibt es eine Reihe von Einkaufsmöglichkeiten.

Im Swakopmund Hotel & Entertainment Center im alten Bahnhof von Swakopmund sind die Zimmer schön und komfortabel, das Restaurant Platform-one ist der Platzhirsch in Swakopmund. Die ganze Hotelanlage ist elegant und der Garten ist sehr schön angelegt. Er bietet durch Liegestühle und Bänke angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten.

Ein Juwel ist das Helmeringhausen Hotel. Es liegt an einer Straßenkreuzung an der Strecke von Aus nach Sossusvlei. Das kleine Hotel bietet liebevoll eingerichtete Zimmer, einen schönen Garten und vorzügliches, aber preiswertes Essen. Der Ort Helmeringshausen besteht aus einem Lebensmittelgeschäft, einer Tankstelle, dem Hotel und zwei, drei Häusern.

Das Royal Livingstone Hotel in Livingstone (Sambia) wird als das zwölftbeste Hotel von Afrika und dem Mittleren Osten bewertet. Entsprechend luxuriös sind die Zimmer. Jedes Zimmer hat eine Veranda mit Blick auf die Gartenanlage und den Sambesi-Fluß. Der Service ist hervorragend und die Küche steht einer Sterneküche in Europa nicht nach. Trotzdem sind die Essens- und Getränkepreise nicht überteuert. Vom Hotel gibt es einen hoteleigenen Fußweg zu den Victoria Fällen. In der großzügigen Gartenanlage halten sich wilde Tiere auf (Zebras, Affen).

Das Kingdom Hotel in Victoria Falls (Simbabwe) ist eine riesige Hotelanlage mit Casino, Geschäften und mehreren Restaurants. Aufgrund der politischen Verhältnisse in Simbabwe sind verhältnismäßig wenig Gäste da: ein paar Europäer und chinesische Reisegruppen. Vom Hotel führt ein teils hoteleigener Fußweg zu den Victoria-Fällen auf der Seite Simbabwes (die Fälle befinden sich teilweise in Sambia und teilweise in Simbabwe). Das Hotel ist ein guter Ausgangspunkt für Besichtigungen der Wasserfälle und für Flüge nach Namibia, Botswana und Südafrika vom Flughafen Victoria Falls Town.

Links zu Internetseiten einiger Hotels sind weiter unten unter Links zu finden.

Royal Livingstone: Blick von der Zimmerveranda

Camping-Bereich Ameib-Farm

Die Campgrounds im südlichen Afrika sind wesentlich großzügiger als in Europa. Zu jedem Platz gehören gewöhnlich Tisch und Bänke, eine große Feuerstelle, schattenspendende Objekte wie Bäume oder Schirme. Die Versorgungsmöglichkeit mit Lebensmitteln sind eingeschränkt bis gar nicht vorhanden. Die Sanitäranlagen sind von einfach bis sehr gut. Unakzeptable Sanitäreinrichtungen haben wir nicht gefunden.

Die Lodges, auf denen wir mit dem Bushcamper (Selbstfahrer-Rundreise) und Zelten (Gruppenreise) übernachteten, haben neben dem Camping-Bereich auch Hütten, Bungalows oder Zimmer.

Man unterscheidet zwischen privat geführten und staatlichen Lodges. Ein genereller Unterschied zwischen privat und staatlich ist nicht zu erkennen.

Folgende Campgrounds/Lodges möchten wir kurz erwähnen:

Klein-Aus Vista liegt an der Straße von Keetmanshoop nach Lüderitz. Schöne Lage, Wandermöglichkeiten, großes Restaurant. Hier kann es nachts empfindlich kühl werden. Der Platz kann Ausgangspunkt sein für die Beobachtung der (wilden) Garub-Pferde.

Das Lüderitz Shark Island Resort liegt auf der Halbinsel Shark Island. Es ist ein staatlich geführter schöner Platz, der zwischen Felsen am Atlantik liegt und an dem man das Meeresbrausen hört. Mit kühlen Nächten ist besonders im Frühjahr zu rechnen.

Das Tsauchab River Camp war der schönste Camping-Platz, den wir während unserer Reise besucht haben. Er trägt den Namen Urwald und liegt am Ufer des Tsauchab-Flusses. Der Platz liegt sehr naturnah und ist nur mit einem 4x4-Fahrzeug zu erreichen. Für die Fahrt von der Straße zum Platz benötigte man für die 5 km lange Strecke 25 Minuten Fahrzeit. Dafür waren wir alleine auf einem ummauerten Platz mitten in der Natur. Am frühen Morgen kamen Affen aus dem nahen Wald und umkreisten das Camp. Die Sanitäranlage war ein gemauertes und innen gefliestes Häuschen mit Dusche und Toilette mit Wasserspülung. Abends zündete ein Bediensteter Kerzen an und machte Feuer unter den Wasserkessel hinter dem Häuschen - dadurch hatten wir Tag und Nacht heißes Wasser.

Die Okaukuejo-, Halali- und Namutoni-Rastlager im Etosha-National-Park sind staatliche Camps mit Bungalows und Campingplätzen. Alle drei Plätze verfügen über ein nachts beleuchtetes Wasserloch, sodaß man rund um die Uhr Tiere beobachten kann. Die Camps sind Ausgangspunkt für Tierbeobachtungsfahrten im Etosha-National-Park.

Waterberg Plateau Park Camping. Am Waterberg fand die größte Schlacht zwischen den Hereros und den deutschen Schutztruppen statt. Wenige Gehminuten vom Camp entfernt befindet sich ein deutscher Friedhof.

Von allen besuchten Camps fanden wir das Mahangu Camp (Namibia) als das bestgeführte. Es ist unter deutscher Leitung und liegt direkt am Okavango-Fluß. Außer den Camping-Plätzen gibt es kleinere und größere Bungalows.

Das Guma Camp im Okavango-Delta (Botswana) ist ein einfaches Camp direkt am Wasser. Es ist nur mittels 4x4-Fahrzeugen zu erreichen. Der Inhaber veranstaltet Boots- und Mokoro-Fahrten im Okavango-Delta.

Das Chobe Safari Camp im Chobe-Nationalpark (Botswana) ist stark frequentiert sowohl durch Camper als auch Bungalow-Benutzer. Einzigartig an dem Camp sind die Tierbeobachtungsfahrten auf dem Chobe-Fluss.

Links zu Internetseiten einiger Camps sind weiter unten unter Links zu finden.

In Namibia erinnern noch heute viele Ortschafts-, Straßen-, Geschäfts- und Produktnamen an die deutsche Kolonialzeit. Ebenso weisen viele Gebäude, besonders in Swakopmund, Lüderitz und Windhoek, deutschen Einfluss auf. Heute leben in Namibia zirka 20 000 Deutschstämmige. Deutsch ist eine der offiziellen Sprachen Namibias.

Es gibt eine wöchentlich erscheinende deutsche Zeitung und der namibische Rundfunk NBC sendet täglich ein Programm in deutscher Sprache.

In vielen Restaurants wird typisch deutsches Essen serviert (Schnitzel, Rumpsteak, Sauerbraten, Frankfurter Würstchen ....)

Ausriss aus dem Telefonbuch Swakopmund

100 N$ Die Währungen und Wechselkurse zur Zeit unseres Aufenthaltes waren folgende:

LandSymbolWert in €
NamibiaN$0,14
BotswanaBWP (Pula)0,15
SambiaZMK (Kwacha)0,00026
SimbabweZWD (Simbabwe-Dollar)0,00002

Der Südafrikanische Rand wurde in Namibia 1:1 akzeptiert, in den anderen drei Ländern mit mehr oder weniger guten Umrechnungskursen. Man konnte also mit Rands die vier genannten Länder bereisen ohne Geld tauschen zu müssen (dafür waren die Kurse außer in Namibia etwas schlechter, man hat aber auch keine Restmengen übrig gehabt).

Hier noch eine Besonderheit am Rande: bis einen Tag vor unserer Abreise bekam man in Simbabwe für 1 € = 31.334 Simbabwe Dollar. Am Tage unserer Abreise war der Kurs auf 1 € = 56.710 Simbabwe-Dollar gefallen. Das hat unsere Rechnung für Extras im Hotel fast halbiert.

Unser Eindruck war, daß die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Hotelaufenthalte um ein Viertel günstiger sind als in Deutschland (siehe auch Essen und Trinken).

Der Liter Diesel kostete umgerechnet 0,70 € im Vergleich zu Deutschland zur gleichen Zeit von 1,10 - 1,20 €.

Eine gute Flasche Wein aus Südafrika ist unter 10,-- € in den Bottleshops zu haben, in guten Restaurants ab 10 €.

Preisbeispiel (gutes Hotel auf dem Lande)

Die Temperaturen sind ja nach Landesteil (Landesinnere, Küste, Süden, Norden) und Jahreszeit recht unterschiedlich. Nachstehend ist eine Übersicht für einige Orte zusammengestellt. Unsere Reisezeit (Frühling, September/Oktober) ist blau unterlegt.

Die Zeit von Oktober bis April gilt als Regenzeit. Im dieser Zeit ist mit heftigen Niederschlägen zu rechnen, die manche Straßen unpassierbar machen. Weiterhin ist die Tierbeobachtung an Wasserlöchern weniger erfolgreich, weil die Tier genug Wasser finden und deshalb seltener zu den Wasserlöchern kommen.


In Namibia (und in nahezu allen anderen Staaten des südlichen Afrikas) herrscht Linksverkehr. Nur etwa 30% der namibischen Straßen sind geteert, der Rest besteht aus Sand- und Schotterstraßen.

Man sollte unbedingt vermeiden, während der Nachtstunden zu fahren. Die Sichtweite ist gering und Tiere sind sehr aktiv.

Naturstraßen (nicht asphaltiert)

Auf Naturstraßen ist eine ganz andere Fahrweise und ein anderes Verhalten als auf geteerten Straße notwendig.

Straßenhobel

Nicht schneller als 70-80 km/Std fahren wegen den sich laufend ändernden Straßenzustände, Straßenhaftung und Straßenführung. Bei Straßen, die längere Zeit nicht gehobelt wurden, ist die Oberfläche wellig und man muß schon mehr als 60 km/Std fahren, um die Erschütterungen und den Lärm einigermaßen zu ertragen.

Bei entgegenkommendem Verkehr die Geschwindigkeit verringern und ganz auf der linken Straßenseite halten. Das entgegegkommende Fahrzeug erzeugt eine große Staubwolke und kann Steinchen hochwerfen, die die Windschutzscheibe beschädigen können.

Mögichst nicht überholen, da der Vordermann aufgrund seiner Staubwolke das hinter ihm ankommende Fahrzeug nicht sieht. Sollte es doch einmal notwendig sein, dann Licht einschalten und schon lange vorher auf die rechte Seite wechseln und auch noch lange nach dem Überholvorgang auf der rechten Seite bleiben wegen den hochfliegenden Steinchen.

Plötzliche Lenkbewegungen und scharfes Bremsen vermeiden, da die Straßenhaftung geringer ist als bei Asphaltstraßen.

Platte Reifen sind an der Tagesordnung. Möglichst zwei Ersatzreifen dabei haben und bei einem Platten diesen bei nächster Gelegenheit reparieren lassen.

Aufgrund der großen Entfernungen zwischen Tankstellen möglichst bei jeder sich bietenden Gelegenheit tanken (Achtung: Tankstellen akzeptieren nur Bargeld!). Möglichst viel Reservekraftstoff mitführen (wir hatten einen 175-Liter-Tank).

Eselskarren

Man muß immer auf kreuzende Tiere, Fußgänger und Eselskarren gefaßt sein.




Folgende Reiseführer und Karten haben wir benutzt:

Das nachstehend beschriebene Buch öffnet dem empfindsamen Leser den Blick für die Härte Namibias und seiner Menschen.

Kurze Inhaltsbeschreibung:

Im Jahr 1935 gehen zwei junge Geologen, Henno Martin und Hermann - Korn, nach Namibia, um dort zu arbeiten. Besorgt beobachten sie die sich zuspitzende politische Lage in Europa und beschließen: "Wenn es Krieg gibt,gehen wir in die Wüste!" Es gibt Krieg, und sie gehen in die Wüste, um der Internierung zu entkommen. Zwei lange Jahre verbringen sie in völliger Abgeschiedenheit von der sogenannten Zivilisation, immer in Furcht vor der Entdeckung. Für sie beginnt ein Kampf ums Überleben, den sie in dieser Härte nicht erwartet hatten. Das Leben wird auf die Suche nach Nahrung, Wasser und sicherer Unterkunft reduziert. Und doch entdecken Martin und Korn auch eine wunderbare, vielfältige Welt. Die Schönheit und das Leben der Wüste ebenso wie ihre Härte beschreibt Henno Martin in seinen Erinnerungen unpathetisch, nicht ohne Sinn für Komik und wohl deshalb unglaublich eindrucksvoll. Ebenso spannend wie die Jagd, die Suche nach einem neuen Versteck oder das plötzliche Einsetzen der Regenzeit sind die Betrachtungen und Einsichten über Evolution, Bestehen und Scheitern von Lebensformen. Als Hermann Korn schwer erkrankt, sind die beiden gezwungen, nach Windhoek zurückzukehren. Das Ende des Abenteuers. Eine Abenteuergeschichte? Nein, viel mehr! Die eindrucksvolle Schilderung eines Wagnisses.

ISBN: 0949995-25-8

Der Wüstenplanet

Eine Reise durch den Staub von Namibia, vom Etosha-Nationalpark bis an die Atlantikküste / von Tobias Rüther

Giraffen sind begriffsstutzig. Das könnte man jedenfalls meinen, wenn man sie so an ihrem Wasserloch stehen sieht. Sie gehen ein paar Schritte, majestätisch und langsam, das Geröll unter ihren Hufen knirscht in Zeitlupe, und dann stehen sie wieder da. Und stehen. Und warten. Inzwischen wird es dunkel. Und sie stehen immer noch da, erhoben und erhaben, aber trinken wollen die vier Giraffen nicht, obwohl es ein heißer namibischer Tag war und ihre trockene Kehle mehrere Meter lang sein dürfte. Aber warum trinken sie denn nicht endlich?

Die vier Giraffen sind natürlich keineswegs begriffsstutzig, sie wissen schon sehr genau, was sie da zu ihren Hufen haben. Sie sind einfach nur vorsichtig. Und dabei äußerst elegant. Ein Wunder der Verhältnismäßigkeit. Exakt austariert, dieser lange Hals. Die vier langen Läufe. Sie sind vorsichtig, weil man nie wissen kann, was hier im Busch ist.

Gerade kommt zum Beispiel ein Schakal vorbei, was die Giraffen immerhin dazu bringt, endlich mal zu trinken. Denn Schakale sind für sie ungefährlich, obendrein schauen die immer so beschäftigt aus, als hätten sie ohnehin etwas anderes im Sinn. Doch diese künstliche Wasserstelle am Rande des Etosha-Nationalparks im Norden Namibias gefällt auch einem Nashorn und seinem Kalb, und Nashörner können sehr ungemütlich werden. Junge Mütter erst recht.

Es gibt für Giraffen zwei Arten, sich zum Trinken herabzulassen. Entweder gehen sie tief in die Knie - oder sie strecken ihre vier Läufe von sich und senken den Hals. Warum die einen Giraffen knieen und die anderen nicht, das ist noch umstritten, vielleicht Vererbungssache, flüstert Douw. Er flüstert, weil der Verschlag mit seinem Sehschlitz keine fünf Meter vom Wasserloch entfernt steht und die Tiere jedes Wort, jeden Zug am Reißverschluß, jeden Pieps der Digitalkameras hören könnten. Und aufgeschreckt davonstürmten. Dann waren die anderthalb Stunden Warterei im Verschlag für nichts und wieder nichts vertan.

Es ist ja schon enttäuschend genug, daß die versprochene Nashornkuh mit ihrem Kalb nicht auftaucht. Oder vielmehr erst dann, als oberhalb der Wasserstelle in der Ongava Lodge das Abendessen auf dem Tisch steht. Typisch! Jetzt drängeln sich natürlich alle Gäste um das einzige Fernrohr, das auf der Veranda aufgestellt ist. Und trinken Bier dabei und rauchen, wie Douw, der junge Reiseleiter aus Windhoek, der sich seine kleine Pfeife gestopft hat.

Douw fährt unseren Land Rover: schweres Gerät, auch wenn er und seine Kollegen lieber einen Toyota Landcruiser hätten, weil der zuverlässiger sei. Sagt Douw. Aber der Land Rover ist nun einmal Tradition in Afrika, und wenn ein Tourist auf Safari geht, erwartet er nichts anderes. Weil er "Hatari!" von Howard Hawks vor Augen hat, John Wayne und Hardy Krüger, und dazu passen Japaner einfach nicht. Man reist auf Safari immer auch Bildern hinterher, die man längst im Kopf hat.

Das Bild eines verdorrenden Elefanten gehört wohl kaum dazu. Tot liegt er da, auf der staubigen Erde des Etosha-Nationalparks, seit vier Monaten schon. An Altersschwäche ist er gestorben, sagt Douw. Und obwohl man sehr deutlich gewarnt wird, weder die geteerten Straßen noch das Auto zu verlassen, kreisen Reifenspuren im Sand um den armen Kerl herum. Die Geier haben sich an ihm sattgefressen und zum Dank dann noch auf ihm verdaut. Ein Elefantenfriedhof sieht anders aus.

Douw rammt den ersten Gang ins Getriebe und fährt weiter. Neulich haben ein paar Idioten aus Südafrika beim Olifantsbad, wie eine Wasserstelle im Park heißt, die Elefanten vom Wagen aus mit Bierbüchsen beworfen. Douw sagt, er habe sich diese Typen vorgeknöpft. Und noch traurig vom Anblick des toten Elefanten, wünscht man sich sehr, dabeigewesen zu sein.

Es gibt einsamere afrikanische Orte als den Etosha-Nationalpark. Ein unendlicher Zaun, der von der Atlantikküste bis ins Okavango-Delta reicht, begrenzt ihn nach Süden. Wo immer sich Tiere abseits der geteerten Straßen zeigen, Löwen zum Beispiel, halten gleich mehrere Wagen an. Dieselben Wagen sieht man dann später im Camp von Okaukuejo, wo es eine Tankstelle gibt, einen Swimmingpool und im Restaurant afrikanische Musik. Aber es gibt hier auch eine paradiesische Wasserstelle, zu der sie alle kommen: die Springböcke und Zebras und Elefanten des Parks.

Gegen Mittag wird aus der weichen afrikanischen Morgensonne ein grelles Grau. Der Glanz ist aus allen Farben abgezogen und im trockenen Boden versickert. Er ist rissig, aufgesprungen wie die eigenen Lippen nach anderthalb Tagen in dieser Hitze. Sie ist so heiß, daß sie das Licht kalt macht. Und den blauen Himmel und das Grün und die schönen Tiere zu Schatten aus Stahl. Oder Aluminium. Blei. Es ist ein Schauspiel, das etwas demütig macht, weil man begreift, wer auf diesem Wustenplaneten das Sagen hat. Nicht die königlichen "Big Five", auch wenn die Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel und Nashörner einem besser nicht zu nahe kommen sollten: Es ist die Sonne. Wenn sie zuschlägt, wechseln Elefanten von einem Fuß auf den anderen und wissen nicht, wohin. Springböcke hecheln unter Bäumen. Die puppengleichen Dik Diks verstecken sich im Blattwerk. Löwen erschlaffen im geringsten Schatten.

Die gleiche Sonne aber verwandelt ein paar Stunden später das Savannengras in sanftes Gold. Douw lenkt den Geländewagen über die unbefestigten Pisten außerhalb des Nationalparks, wühlt sich tief und tiefer in den Sand und dreht dann wieder, fährt mitten in die eigene Staubwolke hinein. Er hatte Löwenspuren entdeckt, frische Spuren, was Douw daran erkannte, wie scharf konturiert sie noch waren. Je älter, desto verwehter, das ist die Regel. Und so steuerte er den Wagen durch das Blattgold der Savanne, hielt an und mit dem Fernglas Ausschau, durch das offene Verdeck. Findet Schakale und Kudus und Oryx-Antilopen, findet sogar eine Leopardenschildkröte und erklärt die "Little Five" der Safari, zu der sie gehört - neben Nashornkäfer, Büffelweber, Elefantenspitzmaus und Ameisenlöwe.

Richtig große Löwen aber lassen sich heute nicht blicken. In der Nacht zuvor hat ein Rudel im benachbarten Camp von Ongava einen Wasserbock direkt zwischen den Zelten und vor den Augen der Touristen erledigt, die gerade vom sundowner kamen, und vielleicht sind die Löwen vom Wasserbock noch zu satt und zu faul, um allzuweit durch den Abend zu streunen.

Auf dem Rückweg kreuzt eine Patrouille der Regierung den Weg: Wilderer treiben sich auch in Namibia herum, die Patrouille darf schießen, falls es brenzlig wird.

Es gibt in Namibia auch einen gesetzlich geregelten Abschuß. Und es gibt den Jagdtourismus. Aus der ganzen Welt kommen die Jäger, um hier das einmalige Gefühl zu erleben, einen Antilopenbock zu erlegen. Was Douw wütend macht, weil diese Urlauber eben nicht den Bestand kontrollierten und kranke und schwache Tiere töteten, sondern die kräftigen. Es muß eben stolz und groß sein, was der Jägersmann aus Düsseldorf als Trophäe zum Tierpräparator trägt.

Die "Taxidermisten" findet man überall an den Hauptstraßen Namibias. Aber auch freundlich winkende Menschen. Jeder winkt hier, ob die Herero-Frauen mit ihren viktorianisch aufgebauschten Kleidern und spektakulärem Kopfschmuck oder einsame Radfahrer in der weißen Hitze des Vormittags, auf dem Weg von Etosha ins Damaraland. Durch Savannengras, vorbei an Farmen und Hüttendörfern geht es immer geradeaus. Bis sich ein rostiges Tor ins Damaraland öffnet, die Straßen rasanter werden, die Berge beginnen. Paviane springen über den Schotter, Esel tun den Teufel und bleiben lieber stehen.

Das Palmwag Camp ist eine Mondstation. Oasengleich taucht es in der Wüstenei auf, deren Farben im Abendlicht von Kaffee und Malz zu Ziegel gewechselt waren. Bis sie ganz erloschen. Nachts zeigt Douw auf dem Rollfeld des Flugplatzes in die Sterne, mit seinem Laser, in dessen Strahl sich der Staub sammelt. Zeigt auf das Kreuz des Südens und den Skorpion, einen klaren Umriß im Tiefschwarz. Der klitzekleine Skorpion, den Douw später ausgräbt, fluoresziert in der Nacht. Namibia ist eben nicht nur ein Wüstenplanet, hier leben auch Außerirdische. "Schließt mal die Augen", ruft Douw am nächsten Tag und tritt ins Gaspedal. "Jetzt macht sie wieder auf!" Da schießt der Land Rover über eine Düne in eine Ebene, riesig und still wie ein ausgetrockneter Ozean. Aber wir sind nicht allein: Ohrengeier schweben in der Luft. Es hat einen Kampf gegeben gestern früh, der Springbock mußte kapitulieren, gegen eine Gepardenmutter und ihre drei Jungen. Jetzt besorgen die Geier den Rest. Der Springbock wollte noch einen Haken schlagen, vergebens: All das erzählen die Spuren im Sand, der bald auch zwischen den Zähnen knirscht. Die Spuren führen einen Hügel hinauf, zu einer Höhle, die aber leer ist. In der Ferne stürmen zehn, fünfzehn Strauße davon. Und Giraffen, so viele Giraffen. Wir rasten in einem Flußbett, der Geländewagen schwimmt im Vierradantrieb durch den Sand, nur in der Regenzeit ist das Bett geflutet. Kaltes Bier und Frikadellen im Schatten, großartig. Es stimmt, es sind wirklich die kleinen Dinge. Wie das Bad im Wasserfall, neunzig Kilometer von Palmwag entfernt, wo Frösche im Schilf quakten und die Bussarde über uns kreisten.

Überhaupt Wasser. Nach den Tagen auf der Mondstation und im verträumten Damaraland Camp abseits aller Wege ist der Atlantik die reinste Verheißung: Farben! Wolken. Menschen. Und Wellen, die der Wind einmal nicht in den Sand gepreßt hat. Als das Meer dann auftaucht, nach Stunden und Stunden im Auto, ist es vom Horizont kaum zu unterscheiden. Die Wüste geht einfach in Strand über und der in rauchgraue, stürmische See. Die ersten Menschen sind Angler in Jeeps, auf die sie vorn ihre Angeln montiert haben. Wie Oryxe sehen sie aus, diese charakteristisch gehörnten Antilopen.

Swakopmund, deutscher Küstenort, ein Sylt in Afrika. Wir essen Fisch im "The Tug", frisch aus dem Meer, das vor dem Panoramafenster tost. Sitzen in Khaki zwischen Krawatten, die Zivilisation hat uns wieder. Aber nicht ganz. Ein letztes Mal kommt es zur Begegnung mit der anderen Art: Am nächsten Morgen geht es nach Walfischbai, über den Strand zur Sandbank und dann hinein in die Kajaks. Und hinaus, zu den Seehunden und den Delphinen in der Walfischbucht. Paddelt man nur schnell genug, schwimmen die Delphine Seit' an Seite mit dem Boot, dunkle Schatten im Wasser. Die Seehunde kommen von selbst heran, schnaufen, prusten und rülpsen ungeniert, wenn sie auftauchen. Kulleraugen schauen einen an, neugierig, wer denn jetzt schon wieder ihre Kolonie besucht. Die Kulleraugen betteln um Fische. Seehunde sind eben genauso klug, nur etwas unvorsichtiger als Giraffen.

aus: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 5. März 2006 - ohne Bilder -

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