Wappen von Irkutsk

Die heute ungefähr 639.000 Einwohner zählende Stadt gehört ohne Zweifel zu den interessantesten und schönsten Städten Sibiriens. Das "Paris" Sibiriens wird die Metropole auch genannt. Aufgrund der Nähe zum weltberühmten BaikaIsee genießt lrkutsk auch unter allen Metropolen entlang der Transsib das größte touristische Interesse. Erstmals 1652 als Winterlager erwähnt, entstand am Angara-Ufer 1661 eine Festung im Kampf gegen die Burjaten. 1686 erhielt sie das Stadtrecht. Schnell wurde der Ort ein wichtiger Handelsplatz. Sibirische Pelze, chinesischer Tee und Seide mehrten den Reichtum der Kaufleute.

lrkutsk wurde Zentrum der wirtschaftlichen, diplomatischen und wissenschaftlichen Aktivitäten Rußlands in Richtung Mongolei und China sowie Ausgangspunkt der Eroberung des Fernen Ostens bis nach Alaska. So wie Petersburg zum Fenster nach Westen, wurde lrkutsk zum Fenster nach Osten. Als Rußland 1761 die Beringstraße überquerte, stammte diese Expedition und auch die ersten nachfolgenden Kaufleute und Siedler aus lrkutsk. Alaska, die Aleuten und damals zu Rußland gehörende Teile Kaliforniens waren administrativ dem lrkutsker Generalgouverneur unterstellt. lm 19. Jahrhundert war lrkutsk mit Abstand die größte Stadt Sibiriens.

Bekannt wurde lrkutsk auch durch die Dekabristen, unter denen sich viele nach Jahren der Zwangsarbeit in Bergwerken und Festungen in Transbaikalien in lrkutsk niederließen und die geistig-kulturelle Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflußten. Die wohl schwärzesten Tage in der Geschichte der Stadt waren vom 22. bis 24. Juli 1879, als ein Großbrand etwa zwei Drittel der Stadt zerstörte. Über 100 Steingebäude und mehr als 3.000 Holzhäuser wurden ein Raub der Flammen. 15.000 Menschen verloren ihr Obdach. Aber nach 1880 entstand das gesamte Stadtzentrum neu aus Stein. Da zur gleichen Zeit Goldfunde der Stadt einen wahren Boom bescherten, erfolgte der Wiederaufbau in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts in einem unglaublichen Tempo.

Irkutsk ist bei unserem Besuch sehr schön renoviert. Böse Zungen behaupten, die Renovierung wurde forciert, weil Putin zu Besuch kam. In Irkutsk steht die einzige gotische Kirche (aus Ziegeln), früher römisch-katholisch. Jetzt wird sie als Konzerthalle benutzt. Außerdem gibt es eine russisch-orthodoxe (in Renovierung, wurde als Lager benutzt), eine Moschee und eine Synagoge. Es gibt auch viele Geschäfte.

Natascha, unsere Gastgeberin, ist Französisch-Lehrerin an der Hochschule für Verkehrwesen. Deutsch hat sie sich aus Büchern und mit Kassetten selbst beigebracht. Sie hat einen Wortschatz, den mancher Deutsche nicht hat und benutzt auch schwierige Worte absolut richtig. Sie betreut neben Deutschen häufig französische Gruppen (Touristen). Wir hören sie telefonieren. Ihr französisch hört sich noch besser an als ihr deutsch.

Die Wohnungen werden von Fernwärmewerken mit Heizung (im Winter) und Warmwasser versorgt. Jetzt im Sommer werden die Leitungen überprüft und repariert. Also gibt es kein warmes Wasser.

Theater

Kreuzung Lenin - Karl-Marx-Straße

Weißes Haus

Epiphania-Kirche

Leninstraße

'alte' Zeit vor neuer Zeit

1750