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Von Irkutsk nach Ulaanbaatar

Da wir erst gegen Abend in Irkutsk abfuhren, war es schon dunkel, als wir am Baikalsee entlang fuhren. Ab Ulan Ude wurde es wieder hell, sodaß wir wieder etwas von der Landschaft sehen konnten. Östlich von Ulan Ude zweigt die Bahn südwärts in die Mongolei ab. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert. Der Zug wurde von zwei Dieselloks gezogen.

Die Bahn folgt der wilden Selenga und atemberaubende Landschaften erwarten einen die nächsten 200 Kilometer.

Die Dörfer an der Strecke sehen aus wie alle russische Dörfer, die wir auf unserer Fahrt durch Rußland gesehen haben.

An der Grenzstation Nauskhi (Rußland) mußten wir 12 Stunden warten. Nur ein Wagen durfte die Grenze überschreiten. Vor Abfahrt des Zuges kam eine im Tarnanzug gekleidette 'Lady' des russischen Zolls, betrat grußlos den Wagen und kletterte nach oben, um Schmuggelgut zu suchen. Würden uns die Mongolen ähnlich empfangen wie uns die Russen verabschiedeten?

 671820 Nauskhi
Burjatien
Russland
Geo-Position:  50.388512,106.104446
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Mongolei


mongolische Flagge mongolische Zöllnerein Wir waren äußerst angenehm überrascht. In Suchebaatar (erste Station in der Mongolei) begrüßte uns freundlich und auf englisch eine groß gewachsene und attraktive Zöllnerin, ein Polizist kam in unser Abteil, gab uns die Hand und hieß uns willkommen.


Piero

Piero Pieros Strecke In Nauskhi kam Piero Ciacchella in unser Abteil, um mit dem Zug über die Grenze in die Mongolei zu fahren. Piero war mit seinen 70 Jahren alleine mit einem Wohnmobil unterwegs. Er startete am 29. April in Italien, fuhr durch Georgien, Aserbaidshan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien, Kasachstan nach Rußland. Von Rußland wollte er in die Mongolei, dann zurück durch ganz Rußland und Weißrußland bis nach Finnland, um dann zurück durch Europa nach Italien zu fahren, wo er am 21. Juli zurück sein wollte.

Da es ihm nicht gestattet war, sein Wohnmobil über die Grenze in die Mongolei zu fahren, mußte er einen mongolischen Dienstleister beauftragen, das Wohnmobil über die Grenze zu bringen. Piero konnte nicht mit dem Wohnmobil mitfahren, er mußte den Zug nehmen.

Als wir an der ersten mongolischen Zugstation (Suchebaatar) ankamen, wurde Piero informiert, daß sein Wohnmobil nicht über die Grenze gefahren werden konnte, da die Grenze wegen des Naadamfestes für Fahrzeuge geschlossen war. Piero wurde gebeten, mit in ein Hotel zu kommen, um am nächsten Tag sein Wohnmobil in Empfang zu nehmen. Wir hatten einige Bedenken, ob er je wieder sein Fahrzeug sehen würde. Aber wie seinem Tagebuch im Internet zu entnehmen war, hat alles geklappt.

Piero erzählte uns auf der Fahrt teils unglaubliche Geschichten, die er auf seiner Reise erlebt hatte.

Für das nächste Jahr hatte er eine Reise von Alaska nach Feuerland geplant.

Die besondere Art zu schmuggeln

Kurz vor Abfahrt des einzig verbliebenen Zugwagens in Nauskhi wurden von zwei Männern Kartons aus dem Bahnhof geholt und in den Zug geladen. Dem Gewicht und dem Blubbern nach mußte es sich um Flüssigkeiten handeln. Die Kisten (nach 30 Stück hatten wir aufgehört zu zählen) wurden am Ende des Wagens (vor der Toilette) gestapelt. Wir konnten uns die Aktion nicht erklären. Piero meinte, dies wäre Schmuggelware und würde später aus dem Fenster geworfen werden. Wir wollten dies nicht glauben, da alles vor den Augen des Zolls und des Zugpersonals stattfand.

Kaum hatte der Zug den Bahnhof verlassen und das Niemandsland erreicht, wurden die Kisten aus den Fenstern geworfen. Unten am Bahndamm warteten Personen, die die Kisten aufnahmen. Piero hatte also recht gehabt.

Unsere mongolische Reiseleiterin, die wir später befragten, meinte, es hätte sich um reinen Alkohol gehandelt, der in Rußland wesentlich billiger als in der Mongolei ist und mit dem in der Mongolei alkoholische Getränke hergestellt werden würden.


Irkutsk - Ulaanbaatar