Orte, die wir besucht haben und die wir für besuchenswert halten, sind nachstehend beschrieben.

Steil hinauf geht es in den Weinort, dessen Schloss aus dem Jahre 1686 die Residenz der Fürsten Castell-Castell ist. Von der 1000 Jahre alten Burg ist nur noch der Turm geblieben.

Castell mit seinen 520 Einwohnern bietet eine schöne Kirche, das barocke Schloss mit dem schönen Schlossgarten und die vielen herrschaftlichen Häuser aus einer Zeit, als Castell noch die Hauptstadt der bis 1806 bestehenden reichsunmittelbaren Grafschaft Castell war.

Die Castell sind ein fränkisches Adelsgeschlecht. Sie regierten von 1202 bis 1806 die Grafschaft Castell, eine reichsständische Grafschaft im Fränkischen Reichskreis. Die beiden Hauptlinien besitzen bis heute die Familiengüter der ehemaligen Teilgrafschaften Castell und Rüdenhausen in Unterfranken.

Im Besitz der ehemaligen Fürstenhäuser Castell-Rüdenhausen und Castell-Castell sind unter anderem:

- die 1774 gegründete unabhängige Privatbank Fürstlich Castell'sche Bank, Credit-Casse AG - kurz Castell-Bank.

- das Fürstlich Castell'sche Domänenamt ist das Weingut der Castell-Castell, Inhaber ist Erbgraf Ferdinand.

Eine Nebenlinie der Castells ist Faber-Castell.

Ebern
Deutschland

Besucht am: 11.06.2016

Die mittelalterliche Stadtbefestigung hatte einst zusammen mit dem Kirchturm neun Türme, daher der Begriff Eberner Kegelspiel. Leider wurden im 19. Jahrhundert drei der neun Türme abgebrochen. Es stehen noch die vier Türme im Mauerring.

Rathaus
Die 1604 erbaute Renaissanceanlage mit prächtiger Fachwerkfassade - 1980 Renovierung mit neugestaltetem Innenhof, neuer Anstrich 2001/02. Dreistöckiger Fachwerkbau mit wunderschöner Fassade, der alle Nachbarhäuser überragt. Das Erdgeschoss bildete früher eine gegen die Straße in 4 mächtigen Rundbogen offene Markthalle. Rechts oberhalb des nördlichsten Bogens haben sich auf 2 Steintäfelcheri die beiden bauführenden Bürgermeister mit Namen und Wappen verewigt (Nicolas Betz und Hans Schmid). Die kreisförrnig gerahmten Wappen zwischen den Rundbogen stehen für Fürstbischof Julius Echter, seinen Arritmann Michael von Lichtenstein, den Keller (Verwalter) Valentin Geiger und für die Stadt Eliern. Den prächtigen Bau krönt ein Glockentürmcheri aus dem Jahr 1835.

Marktplatz mit Brunnen
Der Marktplatz beginnt am Grauturrn, wo sich die Straße in nördlicher Richtung (204 Meter) zum eigentlichen Marktplatz erweitert, der dann als Zentrum hervorgehoben ist. Die Häuser Längs des Marktplatzes bringen die Vielgestaltigkeit unserer fränkischen Kleinstadt großartig zum Ausdruck (Fachwerkhäuser, zweigeschossige giebelständige Bürgerhäuser) und entsprechen einer Hauptstraße. Der wunderschöne Neptunbrunnen hat einen 6-eckigen Brunnenstock, über dem sich Neptun auf dem Kopf eines sich aufbäurnenden Delphins erhebt. Am Sockel sind das Stadtwappen, darunter Barockdekor rnit der Jahreszahl 1706 erkennbar.

Katholische Stadtpfarrkirche "St. Laurentius"
Spätgotische Hallenkirche, 15. Jahrhundert, Turm mit barockem Kuppelhelm. 43 Meter hoch. Auf dem höchsten Punkt der Altstadt (270 Meter) steht das herrliche Gotteshaus, eine Mischung aus Basilika und Hallenkirche, im Grundriss unsyrrimetrisch. An Stelle der heutigen Kirche stand ein spätromanisch-frühgotischer Bau, der wohl ins erste Drittel des 13. Jahrhunderts zurückreichte, denn im Jahr 1232 wurde Ebern zur Pfarrei erhoben. Unter dem großen Stadtbrand 1430 hatte diese Kirche schwer gelitten, Mit dem Neubau wurde 1460 begonnen, der dann in der heutigen Form 1491 vollendet wurde. Mehrmals in den letzten Jahrzehnten wurde der Altarraum umgestaltet. Über dem Haupteingang an der Westseite blickt der hl. Laurentius, der Namenspatron der Kirche und Schutzpatron der Stadt, auf den Besucher herab.

Schuhmacherhaus
Ehemmals privates Ackerbürgerhaus, Wohnhaus aus dem Jahre 1736, Scheune 1704 bis 1710 mit einer Ausstellung alter Gerätschaften. Barocke Figur an der Fassade „Marienkrönung durch die heilige Dreifaltigkeit". Umbau und Sanierung 2008 bis 2011.

Grauturm
Der Grauturm (41,4 Meter Höhe) ist einer der höchsten Toitürme Bayerns. Aus der Türmerstube genießt man einen herrlichen Rundblick auf die Stadt und das Eberner Umland. In der Laterne der Grauturmkuppel verkündet das Glockenspiel „Engel und Tod“ die Viertel- und die vollen Stunden. Der Grauturm wurde ab 1480 aus mächtigen Quadern, aus deren Unterschiedlichkeit sich 3 Bauperioden ablesen lassen, erbaut. Zuletzt ließ Fürstbischof Julius Echter, dessen Wappen über der Durchfahrt angebracht ist, ihn 1584/85 erhöhen. Reizend an der Westecke das Rundtürmchen mit Fachwerkaufsatz und einer Wendeltreppe, die zu einem hölzernen Laufgang und weiter hinauf zum obersten Geschoss führt. Dieser Turm gilt als Wahrzeichen der Stadt Ebern.

Heimatmuseum
Ein schlichtes ehemaliges Bürgerhaus, wenige Schritte vom Grauturm entfernt, beherbergt seit 1974 das schmucke Museum. Reichhaltige Sammlung historischer Gegenstände aus Ebern und seinem Umland! Es besticht durch seine Vielfältigkeit und Originalität und zeigt eine entzückende Schau des bürgerlich-bäuerlichen Handwerks, heimische Trachten und Möbel, Geschirr, Wappen, Bilder, Bücher, Urkunden, Siegel und heimische Tiere. Äußerst interessant ist die Ausstattung eines Schulzimmers „Schule früher“.

Gänseturm
Nur wenige Meter westwärts vom Grauturm steht in der Südwestecke der Stadtmauer der Gänseturm (18 Meter Höhe). Auf 3 Seiten ist er aus graben Bruchsteinen hochgemauert. Die vierte zur Stadt gelegene Seite ließ man aus Gründen der Sparsamkeit völlig offen. Zwischenböden und Holzstiegen waren eingezogen. Oben im Turm be?ndet sich ein Wachraum mit 3 Fenstern. Nur über eine lange Leiter kommt man durch eine Luke hinein. Er wurde als Trockenturm für gebrauchte Feuerwehrschläuche verwendet. Unten be?ndet sich eine mittelalterliche Arrestzelle, die sogenannte „Gans”.

Diebsturm
Nur wenige Schnitte vom Ãmtergebäude in südlicher Richtung blickt man durch einen Torbogen auf die Stadtmauer und den Diebsturm (26,9 Meter). Dieser Turm steht in der S0-Ecke der Stadtmauer im Inneren des ehemaligen Gefängnishufes. Er konnte früher über den Wehrgang betreten werden. Hinter der Einstiegsluke in 6 Metern Höhe liegt das „Angstloch", die obere Öffnung des Verlieses. Heute ist der Diebsturm über eine Eisenleiter zu besonderen Gelegenheiten zugänglich.

Finanzamt
Neben dem Pfarrhof in südlicher Richtung steht das ehemalige fürstbischöfliche Amtshaus, später Rentamt und dann Finanzamtsgebäude. Es ist eine zweigeschossige Spätbarockanlage aus dem Jahre 1722. Hier verbrachte der bedeutende Dichter und Sprachwissenschaftler Friedrich Rückert seine Jugendjahre. Beachten Sie die Inschrift über der Eingangstür!

Pfarrhaus und Pfarrhof
Das Pfarrhaus mit dem Pfarrhof gegenüber dem Chor der Stadtpfarrkirche, eine aus zwei Häusern zusammengewachsene, zweistöckige Anlage. Auf dem massiven Unterbau wurde ein Fachwerkobergeschoss mit hohem fränkischen Dach errichtet. Der westliche Oberbau ruht auf 4 Kragsteinen. Der Bau stammt aus dem Jahr 1604 und wurde von dem Pfarrherrn Murarius erstellt. Die Straße in Richtung Süden heißt Rittergasse. Hier standen in Nähe der östlichen Stadtmauer 5 adelige Freihöfe, auch freie Burgen genannt. Eine dieser Freiungen gehörte damals den Herren von Lichtenstein, Zwei den Rotenhan. Die adeligen Besitzer der Höfe wechselten häufig. Da die Adeligen Versammlungen (Rittertage) dort abhielten, entwickelte sich der Name Rittergasse. Kurz vor dem Jahr 1700 kaufte das Hochstift Würzburg diese Häuser oder ließ sie abbrechen.

Ämtergebäude
Ehemaliges fürstbischöfiches Amtshaus, erbaut 1700. Der mächtige Bau diente auch als Stadel und Schüttboden für Getreide, das die Bauern jährlich abliefern mussten. Ungefähr 100 Jahre diente es in 5 übereinanderliegenden riesigen Böden zur Lagerung des „Zehnts”. Das mächtige Anwesen wurde 1861/1862 vom königlichen Bezirksamt und Landgericht bezogen. Der Bau ist durch die gegliederten Stirngiebel, durch profilierte Sockel, Gurtsimse, die zwischen Lisenen eingebunden sind, und das in leuchtenden Farben herausgearbeitete Wappen des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenktau (1699 ~ 1719) elegant und interessant zugleich.

Seit 1979 beherbergt das Haus vor allem die Verwaltungsgemeimschaft Ebern mit Sitz des 1. Bürgermeisters der Stadt Ebern, 2007/2008 wurde das Ämtergebäude umgebaut und sanieit.

Spitalviertel
Im Norden der Kernstadt liegt längs der Kapellenstraße das sog. „Spitalviertel”. Es ist nach dem 1352 gestifteten Pfründner-Spital benannt.

Nach dem Verfall der Anlage ordnete Fürstbischof Julius Echter von Würzburg (1545 - 1617), ein großer Gönner und Förderer der Stadt Ebern, im Jahre 1613 den Neuaufbau an. Nach dem erneuten Niedergang wurden von 1724-1725 die Barockkirche und das daran anschließende Wohngebäude in den Jahren 1754-1756 errichtet. Das angegliederte Seniorenzentrum St. Elisabeth wurde 1989-1992 erbaut.

Wohnmobilstellplatz
Ebern hat einen gepflegten und stadtnahen Wohnmobilstellplatz mit einem sehr kommunikativen Platzwart

Das berühmte fränkische Winzerdorf Escherndorf schmiegt sich in den südlichen Bogen der Volkacher Mainschleife. Vom Brunnen mitten im Dorf aus blickt der Gast in alle Himmelsrichtungen auf Weinberge, seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage Escherndorfs. Die um 1600 erbaute spätgotische Pfarrkirche, liebevoll restaurierte Kapellen und Bildstöcke zeugen von der alten fränkischen Volksfrömmigkeit.

Die berühmte Weinlage 'Escherndorfer Lump': In weitem Bogen umschließt der Bergrücken den Weinort Escherndorf und öffnet sich nach Süden. Diese außergewöhnliche Lage schützt die Reben vor kalten Nord- und Ostwinden und fängt die Sonnenstrahlen wie ein Hohlspiegel ein. Der Boden des oberen Muschelkalkes, die steile Hangneigung und die extreme Sonneneinstrahlung haben sich hier zu einer einmaligen Komposition zusammengefunden, einem „glühenden Kessel“ mit mediterranem Kleinklima, die den unverwechselbaren Weincharakter der edlen Tropfen aus dem „Lump“ prägt.

Obereisenheim
Deutschland

Höhe: 220 m

Erste urkundliche Erwähnung des Silvaners

Wie der Silvaner nach Franken kam, wird wohl noch lange Anlass zu vielerlei Mutmaßungen geben. Doch wissen wir durch neuere Forschungen im Fürstlich Castell´schen Archiv sehr genau, das die älteste Urkundliche Erwähnung des Silvaners in Obereisenheim ist.

Am 5. April 1659 brachte der Gräflich Castell´sche Bote Michael Saueracker aus Greuth gegen einen Botenlohn von 1 Schilling und 3 ½ Pfennigen vom Wirt und Gerber Georg Kraus aus Obereisenheim 25 Österreicher Fechser, wie die Silvanerreben damals hießen, nach Castell.

Somit ist das Jahr 1659 die älteste Urkundliche Erwähnung des Silvaners, und diese stammt aus Obereisenheim (siehe auch Castell).

Der Wein aus der Lage Obereisenheimer Höll mit der bekannten Symbolfigur des Obereisenheimer Teufels ist die bekannteste Weinlage in Obereisenheim.

Der Lagename geht auf eine bekannte Sage zurück:

Um 1200,als die Klosterherren zu Fulda die Obereisenheimer Weinberge noch pflegten, stellte der zuständige Kellermeister, ein Mönch, alle Morgen an den frisch gefüllten Fässern einen stetigen Schwund fest. Über den heidnischen Aberglauben, dass es „umgehe“ konnte der Mönch nur lachen. Er wollte dem Geheimnis selbst auf die Spur kommen und schritt zur Tat.

Um Mitternacht schlich er in den Keller und legte sich auf die Lauer. Kurz darauf vernahm er ein Schnaufen und Glucksen aus dem Keller und sah den leibhaftigen Teufel auf einem der Fässer sitzen und in vollen Zügen das köstliche Nass saufen.

Da lief das Mönchlein die Kellertreppe hinauf, versteckte sich hinter der Tür und rief in den Keller: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Im selben Augenblick war ein Poltern zu hören und der Teufel wollte wie der Blitz entwischen. Der Mönch schlug geistesgegenwärtig die Tür zu und hatte des Teufels Schwanz in die Tür eingeklemmt. Der Mönch packte die Gelegenheit beim Schopf und verdrosch mit einem dicken Knüppel den armen Teufel fürchterlich. Der Teufel winselte jämmerlich und versprach tausend Dinge, wenn der Mönch ihn nur wieder frei lassen würde. Das Tapfere Mönchlein nahm den Teufel beim Wort und sagte: „Gut, ich gebe dich frei, unter einer Bedingung: Du lässt von deiner höllischen Hitze jedes Jahr unseren Weinberg einen Teil zukommen, so dass die Trauben tüchtig kochen und braten und einen Tropfen geben, wie man ihn nirgends mehr findet. Der Teufel war heilfroh, dass er so glimpflich davongekommen war, dass er sein Wort bis heute gehalten hat. (http://www.obereisenheim.de/grusswort?q=node/41)

Blauer Silvaner

In Obereisenheim wrid vereinzelt auch der blaue Silvaner angebaut. Es ist eine weiße Rebsorte, deren Beeren jedoch in ihrer Farbe von hellgrau über rosa bis dunkel violett variieren können. Die Trauben werden ausschließlich zu Weißwein gekeltert. Der Ursprung des Blauen Silvaners ist heute noch unklar, einige behaupten, die Rebsorte sei eine Mutation des grünen Silvaners, andere wiederum sind der Meinung, Blauer Silvaner sei die Ursprungsrebe.

Besucht 1.-3. Mai 2015



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